Turnverein STV Wettingen

„Schiffli versänke“ oder Bodenturnen?!

28. Februar 18 / 20:12

Farbige Girlanden flogen durch die Luft, mit Helium gefüllte Ballone zierten die Garderobe und Champagnerkorken wurden geknallt:

An der diesjährigen Gymotion im Hallenstadion in Zürich verabschiedete der Turnverein Wettingen Marina Salvini als Leiterin des Bodenprogramms. Acht Jahre lang investierte sie Stunden für Stunden ins Choreographieren wunderschöner Programme. Dieser Leidenschaft setzte sie am letzten Samstag ein Ende. Mit Blick in die Zukunft erklärte sie, dass ein vierter ETF Sieg in Folge das Schreiben Schweizer Turngeschichte bedeuten würde. Dieses Ziel will der Turnverein Wettingen im Sommer 2019 in Aarau erreichen, wofür die Vorbereitungen bereits dieses Jahr starten. Marina will ihrer Nachfolgerin Marianne Moser genügend Vorbereitungszeit einräumen, weshalb sie ihre Leiterfunktion bereits eine Saison vor dem Eidgenössischen Turnfest abgibt. – An dieser Stelle bedankt sich der ganze Verein für deine langjährige Leitertätigkeit, liebe Marina und wünscht dir für die Zukunft von Herzen nur das Allerbeste sowie viel Zeit für neue, spannende Entdeckungen.

Eine spannende Überraschung brachte auch der Auftritt selber im Hallenstadion. Bereits frühmorgens wurde festgestellt, dass das Bodenviereck für uns Geräteturner falsch „geklettet“ war. Die Felder auf der Bodenfläche, welche zur Orientierung dienen, stimmten nicht mit denjenigen aus den Trainings überein. Marinas Statement dazu: „Was wäre ein Auftritt ohne kurzfristige Anpassungen?!“ Und so wurden die Klettstreifen gelöst und neu platziert beziehungsweise durch weitere sieben Klettstreifen ergänzt. Auf den ersten Blick waren nun unendlich viele Felder auf dem Bodenviereck zu sehen. Die Reaktionen dementsprechend verwirrt: „Wo ist meine Position?! Wo muss ich meine Hände platzieren?! Treffen wir uns im Feld B9, ok?!“ Zusammengefasst: Das Bodenturnen glich eher dem Spiel „Schiffli versänke“ und forderte Flexibilität, Anpassungsfähigkeit sowie Lockerheit. Aber keine Sorge meinte Marina gelassen: „Es ist bekanntlich eine unserer Stärken, dann eine Top-Leistung abzurufen, wenn der Druck besonders hoch ist, die Umstände nicht der Norm entsprechen oder wir den Reiz verspüren, vor 6000 Zuschauern zu zeigen, wofür unser Herz wirklich schlägt.“

Nachdem die Hauptprobe nicht ganz so gelungen war, wendete sich am Nachmittag das Blatt zu unseren Gunsten: Das erste Bodenprogramm gelang sehr gut und die Zuschauer waren begeistert. Das Turnen zur Live-Musik des Christoph Walter Orchesters, begleitet von Jessie Ritchs Gesang erweckte ein einzigartiges Gefühl und spornte an zu mehr: mehr Eleganz, mehr Ausdruck und noch mehr Freude am Sport, zu mehr Power und zu mehr Stolz, im Hallenstadion turnen zu dürfen.

Eine Portion Teigwaren stärkte die Turnerinnen und Turner für die Abendshow und verlieh ihnen die nötige Kraft, ihren Körper ein drittes Mal an diesem langen und strengen Tag aufzuwärmen und die bereits etwas genötigten Muskeln nochmals in die Länge zu ziehen. Vor vielen Bekannten und Freunden des Vereins, welche in der Abendshow im Publikum sassen, wurde das zweite Bodenprogramm vorgeführt und mit kräftigem Applaus belohnt. Nach den Schlussklängen der Show klang unser Abend bei Champagner und farbigen Girlanden in der Garderobe aus:

Liebi Marina, danke vel vel Mol für alles, dini Leiterpersönlichkeit wird ois allne ganz fescht fehle.

Text: Nicole Demierre

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